ErfaGruppe FMKU tagt in Olpe – Führerschein C (CE) als Bestandteil der Ausbildung?


    Am 6. November 2013 fand bei dem DMS Betrieb Gelber Blitz aus Olpe das Treffen der Erfahrungsaustauschgruppe (ErfaGruppe) zum Berufsbild Fachkraft für Möbel, Küchen und Umzugsservice (FMKU) des Landesverbandes Möbelspedition und Logistik im VVWL NordrheinWestfalen statt.

    Die Frage nach dem Erwerb eines Lkw-Führerscheins als fester Bestandteil der Ausbildung der FMKU führte dabei zu einer regen Diskussion.

    

Das diesmalige Erfa Gruppentreffen suchte sich den DMS Betrieb aus Olpe als Tagungsort, da dem Fachleiter des Berufskollegs Witten die Ausbildungsstruktur sowie das allgemeine Betriebsklima des Unternehmens als nachahmenswert positiv aufgefallen war. Die spezielle technische Ausstattung des Gelben Blitzes wie beispielsweise Außenaufzüge, technisch ausgeklügelte Sackkarren und motorische Treppensteiger garantieren eine rücken und gelenkschonende Arbeitsweise. Alles im Sinne der Unternehmensphilosophie des Geschäftsführers Rolf Ehrengruber, der auf einen sorgsamen Umgang mit seinem Personal und ein gutes Arbeitsklima setzt, denn eine qualitativ ausgerichtete Unternehmensführung beschränkt sich nicht allein auf außerbetriebliche Leistungen. 



    Dass der Gelbe Blitz mit seiner umfassenden Unternehmensphilosophie Erfolg hat, davon konnten sich die Besucher nicht allein im Rahmen der Firmenbesichtigung überzeugen. Firmeninhaber Rolf Ehrengruber berichtete den Mitgliedern der Erfa Gruppe auch von den Entwicklungen seines Unternehmens, dass angefangen in Olpe, mittlerweile eine weitere Niederlassung in Siegen und einen Montagestützpunkt in Düsseldorf führt. 



    Im Anschluss an die Besichtigung setzte sich die Erfa Gruppe zusammen, um die aktuellen Themen darzustellen und zu besprechen. Neben den erfreulichen Nachrichten über die guten Ergebnisse für die Auszubildenden aus NRW bei den diesjährigen Lehrerabschlussprüfungen und der technischen Innovation einer neuen Smartphone-App für die Prüfungsbereiche Wirtschafts- und Sozialkunde, wurde im Konkreten über die aktuelle Situation einer Ausbildung zur FMKU diskutiert.

    

Zunächst schilderte Rolf Ehrengruber seine aktuelle Einschätzung der Stärken und Schwächen des Ausbildungsberufes und dies sowohl individuell, das heißt mit Blick auf sein eigenes Unternehmen, wie auch unter einem allgemeineren Fokus auf das Berufsbild. Als eindeutige Stärke stellte Ehrengruber den grundlegend nachhaltigen Ansatz heraus, der sich dank einer systematischen Ausbildungsstruktur, einer umfassenden Qualitätssteigerung und einer allgemeinen Aufwertung des Branchenimages etabliert hat.

    

Trotz dieser allgemein positiven Entwicklung gibt es allerdings noch Aspekte, die für den Möbelspediteur noch zu verbessern sind. Eine stärkere Berücksichtigung des Geschäftsfeldes Umzug und Transport innerhalb des Berufsbildes wäre einer dieser Punkte. Noch wichtiger ist für den Ausbildungsbetrieb aus Olpe jedoch die Integrierung des Führerschein CE als Bestandteil der Ausbildung zur FMKU. 



    War dieser Punkt bereits vor einigen Jahren innerhalb der Erfa Gruppe diskutiert worden, so konnte sich hier bis dato noch nicht auf eine Lösung geeinigt werden. Gegner einer Implementierung des CE-Führerscheins im Rahmen der Ausbildung zum FMKU befürchten eine Überfrachtung des Berufsbildes. Zudem die Mehrkosten für die Ausbildungsbetriebe sowie die Notwendigkeit einer beschleunigten Grundqualifikation der Ausbildung. 


    Befürworter argumentieren hingegen, dass die vollständige Einsatzmöglichkeit der FMKU unmittelbar nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung »eventuell sogar schon zuvor« einen absoluten Mehrgewinn sowohl für die ausbildenden Unternehmen wie auch für die Auszubildende darstelle. Bereits ein Schritt in die richtige Richtung wäre es nach Ansicht Rolf Ehrengrubers, wenn zumindest die Unterweisung für die Grundqualifikation von den Berufskollegs übernommen werden würde. 



    Allerdings hätte das zur Folge, dass die grundsätzliche Ausbildungsdauer um 6 Monate verlängert werden müsste, wenn nicht auf andere Ausbildungsinhalte verzichtet werden sollte. Zudem bedürften die Berufskollegs für eine solch grundlegende Anderung des Ausbildungsplans zum FMKU einer besonderen Anerkennung. Alles Aspekte, die so schnell nicht realisierbar sind. 



    Trotz einer intensiven Diskussion von Für und Wider einer Führerscheinprüfung C (CE) im Rahmen der FMKU-Ausbildung konnte sich die Erfa Gruppe am Ende zunächst auf einen Kompromiss einigen. Demnach sollen jene Berufskollegs, an denen Berufskraftfahrer ausgebildet werden, die Option eines Zusatzangebotes für die Erlangung der Grundqualifikation überprüfen. Ein solches Zusatzangebot soll den angehenden Fachkräften, die auf freiwilliger Basis innerhalb der Lehrzeit die Grundqualifikation erwerben wollen, nach Möglichkeit zu attraktiven Konditionen angeboten werden. Wichtig ist zudem, die Anerkennungsfähigkeit der geleisteten Unterrichtsstunden sicherzustellen.

    

Nach Prüfung der Möglichkeiten und Konditionen für ein solches freiwilliges Zusatzangebot der Berufskollegs, soll im Rahmen des nächsten Erfa Gruppentreffens der Gedanken und Informationsaustausch fortgeführt werden.

     


    
Foto: Rolf Ehrengruber mit der ERFA-Gruppe.